Über die Ehre der Blogger
Manchmal frage ich mich, ob das so sein muss. Ob das so sein muss, dass in jedem Blog das Gleiche steht. Ob das so sein muss, dass Beiträge von Blog zu Blog übernommen werden.
Natürlich ist es ein Vorteil der “Blogosphäre”, dass sich interessante und potentiell wichtige Nachrichten in Windeseile verbreiten, aber schon in der Schule lernt man, dass es sich nicht schickt, Inhalte 1:1 zu kopieren. In letzter Zeit scheint es mir immer häufiger vorzukommen, dass die Eigenleistung, die eigene geistige Arbeit an der Nachricht, deutlich zu kurz kommt. Mal wird ein Beitrag original aus dem Englischen übersetzt und als Eigenleistung verkauft. Mal wird ein Beitrag (sinngemäß) übertragen. Es kommt sogar vor, dass nicht einmal die Quelle der Information genannt wird - irgendwo ja auch verständlich, dann fliegt der “Schwindel” ja auf.
Ich verstehe, dass man wichtige Informationen nicht gern mit dem besten Mitbewerber teilt. Aber Teilen kann sich auch lohnen: Kunden, Partner und Konkurrenz bekommen Kompetenz vermittelt. Das stärkt den eigenen Ruf. Außerdem wird die Relevanz der eigenen Seite, bzw. des eigenen Blogs, gestärkt. Dies lockt mehr Benutzer über Suchmaschinen auf die eigenen Seiten und schafft potentielle Arbeit.
Es stellt sich ja die Frage, ab wann es sich lohnt, einen neuen Beitrag zu bringen. Ein Mindestmaß an eigenen Informationen sollten immer im Beitrag enthalten sein. Sei es eine Wertung der Informationen. Vermutungen werden allzu gern einfach wiederholt und nicht hinterfragt. Nachdem eigene Informationen in die Inhalte mit eingeflossen sind, kann auch die Quelle der Original-Nachricht genannt und so eine interessante Diskussion begonnen werden
Hierin liegen die Chancen der Blogs: Sie vereinfachen die Veröffentlichung eigener Gedanken und Ideen. Sie ermöglichen schnelles und einfaches Diskutieren. Sie erlauben gar die Fortentwicklung von Ideen durch Aufeinander-Bezugnehmen. Diese Chance sollten wir nutzen - gemeinsam!
